Merkliste

Keine Werke vorgemerkt

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GÜNTHER UECKER in der St. Stephanus Kirche:

„Im Kreis gehen – Ouroboros“

Ausstellungsdauer: 14.04.-29.04.2018

 

 

Ausstellungsort: St. Stephanus-Kirche, Stephanuskirchplatz 4, 48151 Münster 

Öffnungszeiten: neben den offiziellen Öffnungszeiten der Kirche am 16./17.04., 19./20.04., 23./24.04., 26./27.04. jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Ausgestellt sind zwölf Sandgraphiken in faszinierenden Kreis- und Spiralformen – Motive, die für Günther Ueckers Oeuvre sehr charakteristisch sind. Das Ungewöhnliche: es sind Drucke auf Leinwand, die den Charakter von Unikaten ausstrahlen. Die Werke haben ein beachtliches Format von 95 x 95 cm und eine geringe Auflage von nur 36 Exemplaren.

Uecker bezieht sich mit seinem Werk auf die Bibel. Das zwölffach variierte Motiv des Im-Kreis-Gehens verbindet der Künstler mit der Situation der 12 Stämme Israels, die, nach ihrer Vertreibung aus Ägypten, 40 Jahre durch die Wüste irrten, bevor sie das verheißene Land betreten konnten. Vielleicht erklärt sich aus dem Bezug zu den 12 Stämmen auch der verschiedenfarbige Sand der Bilder.

Die Terragraphien thematisieren das im Kreis-Gehen und die Folgen und Effekte der Wiederholung dieses Tuns: „Verwandlung durch Wandel, erneuernd in der Entwicklungsfolge, im Kreis gehen, der Linie der Bewegung folgend.“ (Zitat von G. Uecker) Der Künstler betont das Thema der zeremoniellen Wiederholung, das auch für die Herstellung seiner eigenen Kunstwerke seit 1950 grundlegend ist. Dazu zählt auch die zugleich kraftvoll und meditativ hämmernde Bewegung, mit der die für sein Werk so typischen Nagelbilder oder -objekte schafft.

Mit dem Titel-Begriff der hier ausgestellten Werke: „Ouroboros“ greift der Künstler ein bereits aus dem alten Ägypten bekanntes Bild einer Schlange auf, die sich in den eigenen Schwanz beißt bzw. sich selbst gebiert: ein perfektes, autarkes Wesen, das nichts außerhalb seiner selbst benötigt, um zu existieren. Ein Symbol für kosmische Einheit oder Unendlichkeit. Mit Kreis-Ritualen, die hiermit verwandt scheinen, (z. B. das Tanzen der Derwische im Kreis, das Günther Uecker stark fasziniert,) wird die Herstellung einer Verbindung mit dem Göttlichen, Mystischen oder Überirdischen gesucht.

Für den Künstler sind die durch Wiederholung und Anstrengung der Bewegungen eintretende Bewusstlosigkeit und Selbstvergessenheit wichtige und wesentliche Bestandteile seines eigenen Schaffensprozesses.

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