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Galerie Ostendorff
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jawlensky_foto

A L E X E J   V O N   J A W L E N S K Y

 

1864      

in Torschok (Gouvernement Twer, Russland) als Sohn des Obersten Georgi von Jawlensky und dessen Frau Alexandra (geb. Medwedewa) als fünftes Kind einer russischen Adelsfamilie geboren

1869

nach Dienstversetzung des Vaters zieht die Familie nach Neswish (bei Minsk, Weißrussland)

1874

Umzug mit der Mutter nach Moskau

1877

aufgrund der Familientradition kommt Jawlensky an eine Kadettenschule in Moskau

1880

Besuch der Moskauer Weltausstellung, wo sich Jawlensky für die Malerei begeistert. Von nun an geht er jeden Sonntag in die Tretjakow-Galerie und zeichnet in seiner Freizeit. In der Schule werden seine Bilder ausgestellt.

1882

Tod des Vaters. Aufgrund der hieraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten der Familie muss Jawlensky auf das geplante Studium an einer Kunstakademie zunächst verzichten. Er tritt in die Moskauer Militärhochschule ein, besucht aber weiterhin regelmäßig die Tretjakow-Galerie.

1884

Leutnant in einem Moskauer Infanterieregiment. Er mietet sich ein Zimmer bei einem Maler und findet durch diesen Kontakt zu weiteren Künstlern. Landschaftsfahrten mit anderen Malern.

1887

bemüht sich um eine Versetzung nach St. Petersburg, da er dort als Kadett die Kunstakadeie besuchen darf. In Moskau war dies nicht möglich.

1889

Versetzung nach St. Petersburg und Aufnahme an der dortigen Kunstakademie

1890-95

Bekanntschaft mit zahlreichen anerkannter Künstlern. Regelmäßige Besuche der Eremitage und des Museums für moderne russische Kunst.

1891

Beginn der Freundschaft mit der Malerin Marianne von Werefkin (1860-1938), einer bekannten Vertreterin des Realismus

1895

über Werefkin lernt Jawlensky die vierzehnjährige Helene Nesnakomoff, Tochter eines Unternehmers, kennen. Sie werden ein Paar.

1896

mehrmonatige Reise durch Deutschland, Belgien und Holland mit Werefkin und der Tochter seines vorgesetzten Generals. Besuch von Galerien und Museen in Dresden, Berlin, Brüssel und Antwerpen. Rückreise über Paris und London. Nach Austritt aus der Armee erhält er eine regelmäßige Pension, die ihm eine Karriere als Künstler ermöglicht. Umzug mit den befreundeten Malern Igor Grabar (1871-1960) und Dimitri Kardowsky (1866-1943) sowie Werefkin und Nesnakomoff nach München. Er bezieht gemeinsam mit den beiden Frauen eine Wohnung und besucht die Azbè-Schule. Werefkin gibt das Malen auf und fördert Jawlenskys Karriere.

1897

Beginn der Freundschaft mit Wassily Kandinsky

1899

Studienreise mit Werefkin, Grabar und Kardowsky nach Venedig. Nach seiner Rückkehr verlässt er die Azbè-Schule und beginnt als freier Maler zu arbeiten

1901

auf einer Russlandreise erkrankt er an Typhus und fährt zur Kur auf die Krim

1902

wieder in München arbeitet Jawlensky an Aktstudien, denen meist Nesnakomoff und ihre jüngere Schwester Modell stehen. Angeregt von Lovis Corinth schickt Jawlensky ein Gemälde an die Berliner Secession, das dort ausgestellt wird. Der einzige Sohn Jawlenskys und Nesnakomoffs, Andreas, wird geboren.

1903

Reise mit Werefkin in die Normandie und nach Paris. Er lernt in München den Graphiker Alfred Kubin (1877-1959) kennen.

1904

Sommeraufenthalt in Reichertshausen (Oberbayern): eine Reihe von Landschaftsgemälden entstehen

1905

im Pariser "Salon d'Automne" ist Jawlensky mit sechs Werken vertreten

1905/06

Reisen nach Frankreich: Auseinandersetzung mit den Werken von Paul Cézanne, Paul Gauguin (1848-1903), Vincent van Gogh (1853-1890) und Henri Matisse (1869-1954). Letzteren lernt er persönlich kennen und beschäftigt sich mit Fauvismus.

1906

Reise nach St. Petersburg, um neun eigene Werke auszustellen. Den Sommer verbringt er in Wasserburg/Inn (Bayern), wo er vor allem Landschaftsbilder und Porträts malt. Entwicklung des eigenen expressiven Stils.

1908

Zusammenarbeit mit Werefkin und Kandinsky im Atelier von Gabriele Münter in Murnau am Staffelsee

1909

Jawlensky gründet gemeinsam mit Werefkin, Kandinsky, Münter und Kubin die "Neue Künstlervereinigung München". Kandinsky wird Erster Vorsitzender, Jawlensky sein Vertreter. Erste Gruppenausstellung, die große Kritik bei Publikum und Rezensenten hervorruft.

1910

Ausstellungen in Kiew und Odessa

1911

Besuch bei Franz Marc in Sindelsdorf (Oberbayern). Während eines Sommeraufenthalts in Prerow/Darß malt Jawlensky seine bekanntesten Landschaftsbilder mit starker und leuchtender Farbgebung. Erste Einzelausstellung in der Ruhmeshalle in Barmen (bei Wuppertal).

1912

Austritt aus der "Neuen Künstlervereinigung" und Anschluss an den von Kandinsky und Marc gegründeten "Blauen Reiter". Jawlensky schließt enge Freundschaften mit dem von ihm bewunderten Paul Klee und Emil Nolde.

1913

Herwarth Walden (1878-1941) organisiert eine Futuristen- und Expressionisten-Ausstellung in Budapest und Lemberg (heute: Lwow, Ukraine) mit u.a. 41 Gemälde von Jawlensky

1914

Beitritt zur "Neuen Münchener Secession". Zu Beginn des Ersten Weltkriegsmuss Jawlensky Deutschland verlassen. Er zieht in die Schweiz nach St. Prex am Genfer See und verliert den Kontakt zu den Münchner Künstlern.

1914-17

arbeitet ohne Atelier an weiteren Landschaftsvariationen

1917

Umzug mit seiner Familie und Werefkin nach Zürich. Dort lernt er Wilhelm Lehmbruck und die Dadaisten Hans Arp, Hugo Ball (1886-1927) sowie Paul Cassirer kennen.

1918

Mit seiner Familie und Werefkin bezieht Jawlensky ein großes Haus in Ascona (Italien). Er beginnt mit der konstruktivistischen Bilderserie der "Abstrakten Köpfe".

1920

Ablehnung eine Berufung als Professor an das Bauhaus nach Dessau ab, weil er Kunst für nicht lehrbar hält. In Locarno trifft er Rainer Maria Rilke.

1921

Trennung von Werefkin. Umzug nach Wiesbaden und Vorbereitung eine Ausstellung seiner Werke.

1922

Heirat mit Nesnakomoff in Wiesbaden. Er arbeitet in der Folgezeit vorrangig an den "Abstrakten Köpfen".

1924

Gemeinsam mit Kandinsky, Klee und Lyonel Feininger gründet er die Gruppe "Die Blauen Vier". Erste gemeinsame Ausstellung in San Francisco.

1925

auf einer Rundreise in Deutschland lernt er George Grosz kennen

1927

erste Symptome einer schweren Arthritis

1928

aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eröffnet Jawlenskys Frau einen Schönheitssalon in Wiesbaden

1929

Gründung der "Jawlensky-Gesellschaft", deren Mitglieder gegen jährliche Zahlungen Anspruch auf zukünftige Bilder haben

1930

starke Schmerzen zwingen Jawlensky zu Klinikaufenthalten in Stuttgart und Piestany (Tschechoslowakei, heute: Slowakei). Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft mit Verweis auf seine Mitgliedschaft in verschiedenen deutschen Künstlervereinigungen. Er lernt Karl Schmidt-Rottluff kennen.

1932

hohe Arztrechnungen und die Schließung des Schönheitssalons bringen Jawlensky in finanzielle Bedrängnis

1933

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhält Jawlensky Ausstellungsverbot in Deutschland. Er schickt seine Bilder vermehrt zu Ausstellungen in die USA.  Jawlenskys Gesundheitszustand verschlechtert sich.

1934

Die zunehmende Lähmung von Hand- und Kniegelenken zwingt ihn, in sehr kleinen Bildformaten zu malen. Er arbeitet an den "Meditationen" genannten abstrakten Porträts. Jawlensky wird aufgrund seiner Mitgliedschaft in deutschen Künstlervereinigungen deutscher Staatsbürger

1935

Besucht bei Klee in Bern. Er beginnt, seine Memoiren zu diktieren.

1937

65 seiner Werke werden beschlagnahmt und als "entartet" diffamiert. Während eines Aufenthalts in München besucht er die Ausstellung "Entartete Kunst", wo auch einige seiner Werke gezeigt werden. Jawlensky ist mittlerweile unfähig, sich zu bewegen und verlässt kaum noch sein Studio. Er beendet seine Memoiren.

1938

Aufgrund seines desolaten Gesundheitszustandes ist er gezwungen, das Malen aufgeben. Er bleibt an das Bett gefesselt. Diktat von Briefen an Freunde und Bekannte.

1941

stirbt Jawlensky in Wiesbaden