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Marc Chagall
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Marc Chagall um 1980

MARC CHAGALL um 1980

1887 Marc Chagall wird am 7. Juli als ältestes von neun Kindern einer jüdischen Familie in Witebsk (Weißrussland) geboren. Seine Mutter Feige-lta, ist eine einfache Frau, sein Vater Sachar ist Arbeiter in einem Heringsdepot.
1906 Beendet die Gemeindeschule und wird Schüler im Atelier des Malers Jehuda Pen.
1907 Geht mit Freund Mekler nach Sankt Petersburg und besucht die Schule der "Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste".
1908 Wechselt in die Swansewa Schule, die Leon Bakst leitet: bleibt dort bis 1910.
1909 Wiederholte Aufenthalte in Witebsk; lernt dort Bella Rosenfeld kennen, seine spätere Frau, die Tochter eines Juweliers.
1910 Geht er nach Paris: ein Mäzen finanziert die Reise. Er ist fasziniert von der intensiven Farbigkeit van Goghs und der Fauves.
1911 Stellt auf "Salon des Independants" aus und bezieht das Atelier in "La Ruche", wo auch Leger, Modigliani und Soutine wohnen. Freundschaft mit Leger, Cendrars, Apollinaire und Delaunay.
1912 Teilnahme am Salon der Unabhängigen und am Herbstsalon.
1913 Lernt er durch Apollinaire den Berliner Kunsthändler Walden kennen und nimmt am ersten Herbstsalon in Berlin teil.
1914 Erste Einzelausstellung in Waldens Galerie "Der Sturm" in Berlin. Reist von Berlin nach Witebsk, wo ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht; verliert fast alle in Berlin und Paris zurückgelassenen Bilder und wird in Sankt Petersburg zum Tarnungsdienst eingezogen.
1915 Heiratet am 25. Juli Bella Rosenfeld in Witebsk. Zieht im Herbst nach Petrograd.
1916 Geburt der Tochter Ida. Ausstellungen in Moskau und Petrograd.
1917- 18 Wird er zum Kommissar der bildenden Künste für das Gouvernement Witebsk ernannt, wohin er zurückkehrt. Er Gründet dort eine moderne Kunstschule, an der auch Lissitzky und Malewitsch unterrichten. Organisiert Festlichkeiten zum ersten Jahrestag der Oktoberrevolution. Erste Chagall-Monographie erscheint. Verläßt Akademie nach Streit mit Malewitsch.
1919- 20 Nimmt er an erster offizieller Ausstellung der Revolutionskunst in Petrograd teil: Die Regierung kauft zwölf Bilder. Er zieht nach Moskau und entwirft Wandbilder und Dekorationen für das "Jüdische Theater".
1921 Arbeitet er als Zeichenlehrer in der Kriegswaisenkolonie Malachowka bei Moskau.
1922 Verläßt er Rußland endgültig und reist nach Berlin: Frau und Tochter folgen. Prozeß wegen der 150 in Berlin hinterlassenen Bilder, die inzwischen verkauft wurden. Radierungsfolge "Mein Leben" für Kunsthändler Cassirer.
1923 Übersiedelt nach Paris. Illustriert Gogols "Tote Seelen" für Verleger Vollard (erscheint erst 1948).
1925      
Illustrationen für La Fontaines "Fabeln" im Auftrag Vollards (erscheinen erst 1952).
1926- 27 Erste Einzelausstellung in New York. 19 Gouachen für Zirkusmappe. Sommer in der Auvergne.
1928 Arbeitet an den "Fabeln". Sommer in Céret, Winter in Savoyen.
1930 Auftrag zu Illustrationen der Bibel durch Vollard.
1931 Autobiographie "Mein Leben" erscheint, übersetzt von Bella. Reist mit Familie zur Eröffnung des Museums in Tel Aviv; studiert biblische Landschaften in Palästina, Syrien und Ägypten.
1932 Reise nach Holland; sieht erstmals Rembrandts Radierungen.
1933 Große Retrospektive in der Kunsthalle Basel.
1934 1935 Spanienreise; beeindruckt von EI Greco. Reist nach Wilna und Warschau und spürt die Bedrohung der Juden.
1937 Wird französischer Staatsbürger. Mehrere seiner Bilder auf Ausstellung "Entartete Kunst". 59 Arbeiten werden beschlagnahmt. Reist nach Florenz.
1938 Mahnt mit Bildern des Gekreuzigten an die Leiden seines Volkes. Stellt in Brüssel aus.
1939-40 Erhält Carnegie-Preis für Malerei. Zieht mit seinen Bildern bei Kriegsausbruch an die Loire und später nach Gordes in die unbesetzte Provence.
1941 Reist nach Marseille und von dort auf Einladung des Museum of Modern Art nach New York; trifft dort am 23. Juni ein, als die Deutschen in Rußland einmarschieren.
1942 Entwirft im Sommer in Mexiko für die New Yorker Metropolitan Opera die Ausstattung von Massines Tschaikowski Ballett "Aleko".
1943 Sommer in Cranberry Lake bei New York. Chagall ist tief bewegt von den Kriegsereignissen in Europa.
1944 Bella stirbt am 2. 5eptember an einer Virusinfektion. Chagall ist Monate lang unfähig zur Arbeit.
1945 Beginnt nach Bellas Tod wieder zu maIen. Ausstattung des Strawinsky Balletts "Der Feuervogel" für die Metropolitan Opera.
1946 Retrospektive im Museum of Modern Art, anschließend in Chicago. Erste Parisreise nach dem Krieg. Farblithographien für "1001 Nacht".
1947 Ausstellung im Pariser Musée National d' Art Moderne, danach in Amsterdam und London.
1948 Im August endgültige Rückkehr nach Paris; wohnt in Orgeval bei Saint Germain en Laye. Erster Graphikpreis auf der 25. Biennale in Venedig.
1949 Zieht nach Saint Jean Cap-Ferrat an der Còte d' Azur. Wandmalereien für das Watergate Theatre in London.
1950 Läßt sich endgültig in Vence nieder. Erste Keramiken. Retrospektiven in Zürich und Bern.
1951 Reist zu Ausstellungseröffnung nach Jerusalem. Erste Skulpturen.
1952 Heiratet am 12. Juli Walentina (Vava) Brodsky. Verleger Tériade erteilt Auftrag für Lithographien zu "Daphnis und Chloe" . La Fontaines "Fabeln" erscheinen. Erste Griechenlandreise mit Vava.
1953 Ausstellung in Turin. Serie von Bildern über Paris.
1954 Zweite Griechenlandreise. Arbeit an "Daphnis und Chloe".
1955-56 Ausstellungen in Hannover Basel und Bern. Lithographienserie "Zirkus" .
1957 Reist zur Eröffnung des ChagallHauses nach Haifa. "Die Bibel" erscheint bei Tériade.
1958 Ausstattung des Ravel Balletts "Daphnis und Chloe" für die Pariser Oper.Vorträge in Chicago und Brussel. Glasfen sterentwürfe für die Kathedrale in Metz.
1959 Ehrenmitglied der "American Academy of Arts and Letters". Ehrendoktor der Universität Glasgow. Ausstellungen in Paris. München und Hamburg. Wandbild für Frankfurter Schauspielhaus.
1960 Erhält mit Kokoschka Erasmus-Preis in Kopenhagen. Fenster für die Synagoge der Hadassah Universitätsklinik in Jerusalem
1962 Reist zur Einweihung der Glasfenster nach Jerusalem. Beendet Fenster fur Kathedrale in Metz. Wird Ehrenburger von Vence.
1963 Retrospektiven in Tokio und Kioto. Reise nach Washington.
1964 Reise nach New York; Glasfenster im Haus der Vereinten Nationen. Beendet Deckengemälde in Pariser Oper.
1965 Wanddekorationen in Tokio und Tel Aviv. Beginnt mit Gemälden für die neue Metropolitan Opera und das Lincoln Center in New York sowie mit Ausstattung der "Zauberflöte". Wird Offizier der Ehrenlegion.
1966 Mosaikwand und zwölf Wandfelder für das neue Parlament in Jerusalem. Reist nach New York zur Einweihung der Gemälde im Lincoln Center, Umzug von Vence in das neu erbaute Haus im benachbarten Saint Paul-de Vence. Beendet "Exodus" und "Der Krieg".
1967 Besucht Premiere von Mozarts "Zauberflöte" in New York Retrospektiven zum 80. Geburtstag in Zurich und Köln. Entwirft drei große Gobelins fur Parlament in Jerusalem.
1968 Reise nach Washington. Glasfenster
1969 Grundsteinlegung der Stiftung "Message Biblique" in Nizza, lsraelreise.
1970 Einweihung der Glasfenster im Mainz. Ausstellung in Florenz. Zürcher FrauenmunsterAusstellung "Hommage à Chagall" im Pariser Grand Palais.
1972 Beginnt mit Mosaik für die First National Bank in Chicago
1973 Reise nach Moskau und Leningrad. Eröffnung des "Musée National Message Biblique Marc Chagall" in Nizza.
1974 Einweihung der Fenster in der Kathedrale von Reims. Reise nach Rußland und Chicago zur Einweihung des Mosaiks.
1975-76 Ausstellung von Arbeiten auf ster fur Kathedrale in Metz. Mosaik fur die Papier in Chicago. Wanderausstellung in Universität in Nizza fünf japanischen Städten.
1977-78 Erhält vom Präsidenten der zur Einweihung der Gobelins im Parla Republik das Große Kreuz der Ehrenlegion. Besucht Italien und Israel. Beginnt mit Fenstern fur Pfarrkirche St. Stephan in Mainz , Ausstellung in Florenz.
1979-80 Ausstellung in New York und Genf. Ausstellung der "Psalmen Davids" im Musée National Message Biblique in Nizza.
1981-82 Graphikausstellung in Hannover Paris und Zurich. Retrospektive im Stockholmer Moderna Museet und im dänischen Louisiana Museum, Humlebæk (bis März 1983).
1984 Retrospektiven im Pariser Centre Pompidou, in Nizza, Saint-Paul-de-Vence, Rom und Basel.
1985 Große Retrospektive in der Royal Academy of Arts in London und im Philadelphia Museum of Art. Am 28. März stirbt Chagall in Saint Paul-de Vence. Retrospektiven der Arbeiten auf Papier in Hannover , Chicago und Zürich.